Das Karussell, Vernissage und Clubnacht 12 November 2010

Erich Lesovsky

Max CooperUnter seiner Katzen-Maske, die jegliche Personifizierung erschwert, strahlen einige sehr helle
weiße LEDLichter hervor. Neben seinem Laptop und Pad-Controller steht ein Glas auf der Bühne, das bis zum Rand mit einer grün fluoreszierenden Substanz gefüllt ist und an deren Seite ein hochsensibles Piezo-Mikrofon angebracht ist, welches jede Vibration in elektrische Impulse verwandelt. Erich Lesovsky, der Mann hinter der Maske, taucht nun einen Finger in das Glas und rührt mit diesem darin herum, sodass der elektrische Impuls in seinen Laptop übertragen und als Sound ins Publikum weitergegeben wird. Diese Inszenierung ist Teil von Erich Lesovskys Live-Set und sie ist beispielhaft für dessen konstante Suche nach dem kreativen Chaos der Sound-manipulation. In einer Kleinstadt geboren beginnt Erichs Reise in den Kosmos von Sound bereits sehr früh. Mit 8 Jahren hält er erstmals eine Gitarre in der Hand und weiß seitdem, dass Musik immer der Fixpunkt in seinem Leben bleiben soll. Nach einigen Jahr und ein paar Punk- und Reggaebands beginnt er Anfang der 1990er Jahre erstmals mit der Produktion elektronischer Musik. Mit begrenzten Mitteln, namentlich einem Atari, einem Esoniq ASR-10 Sampler und einem Roland JD-800 Synthesizer, kreiert er elektronische Soundcollagen, die man wohl am besten als Ambient beschreibt. Erich Lesovsky ist einer dieser musikalischen Techniker, die sich noch an Live-Auftritte erinnern können, bei denen er 3,5-Zoll-Disketten nachladen musste, damit die Musik weiterspielt. Aber selbst wenn sich die Technologie seither drastisch weiterentwickelt hat, strebt Erich weiterhin nach eigentümlichen Sounds, der kreativen Manipulation von musikalischen Werkzeugen und seiner sehr eigenen Signatur.

www.soundcloud.com/erich_lesovsky